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Herzlich Wilkommen zur Jahrestagung der DGfE-Kommission Sportpädagogik 2016 in Salzburg

8. - 10. 12. 2016
Salzburg, Rif, Schlossallee 49

Thema der Tagung:

Bewegung und Sport unterrichten

Unterrichtsentwicklung im Fach Bewegung und Sport

 

Die Entwicklung des Fachunterrichts, als Kern der Bildungs- und Schulentwicklung, ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema der Reformdiskussionen geworden, über dessen Priorität allgemeiner Konsens herrscht (Einsiedler, 2011; Reusser, 2011; Rolff, 2015). Die Gestaltung von Lernumgebungen und -aufgaben sowie eine individualisierte Lernbegleitung zur Förderung klar ausgewiesener und in ihrem Ergebnis überprüfbarer Lernziele richtet sich dabei auf die Gewährleistung verständnisorientierter fachlicher Lernprozesse, denen ein kognitives und sozialkonstruktivistisches Verständnis von Unterricht und Lernen zugrunde liegt (u.a. Reusser, 2014). Dieser Anspruch wird begleitet von Bestrebungen einer Qualitätsentwicklung auf Basis von Befunden der empirischen Bildungsforschung im Hinblick auf lernwirksame Rahmungen und Ausgestaltungen der Tiefenstrukturen von Unterricht.

Auch für das Fach Bewegung und Sport zeigen sich in den vergangenen Jahren intensive Entwicklungsbemühungen, die allerdings fachspezifische Konnotationen aufweisen. Neben der Orientierung an fachübergreifenden Strömungen ist die Diskussion nicht zuletzt geprägt von einer domänenspezifischen Ambivalenz zwischen dem Erhalt eines vermeintlichen Sonderstatus als kognitiv entlastetes Bewegungsfach und der Fachkonstruktion eines reflexiven Unterrichtsfaches (u.a. Schierz, 2014, Serwe-Pandrick, 2016). Dabei handelt es sich um eine grundlegende, normativ gebundene Frage der Ausrichtung auf Ebene der Fachkultur, die unmittelbare Auswirkungen auf sowohl konzeptuelle als auch empirische Ansatzpunkte im Kontext einer Unterrichtsentwicklung hat.

Vor diesem Hintergrund nimmt die Tagung folgende Zielebenen einer Unterrichtsentwicklung für das Fach Bewegung und Sport in den Blick: 1. die bildungstheoretisch begründete Konturierung des Fach- und Unterrichtsverständnis im Kontext des Fächerkanons (normative Ebene); 2. die Diskussion vorliegender empirischer Befunde vor dem Hintergrund theoretischer Modelle, normativer Diskurse, der gesellschaftlichen und individuellen Relevanz sowie der praktischen Bedeutung der Effektstärken bzw. des Geltungsbereichs qualitativ gewonnener Ergebnisse (evaluatorische Zielebene); 3. die empirische Prüfung von Lehr-Lern-Konzepten sowie domänenspezifisch bedeutsamen theoretischen bzw. heuristischen Konstrukten mit möglichst hoher kausaler Stärke bzw. einem hohen Grad an empirischer Sättigung (empirische Zielebene);
Als weitere Zielebene lässt sich 4. die Bereitstellung nutzbaren Reflexions- und Handlungswissens für Lehrende und Lernende sowie Aspekte der Aus-, Fort- und Weiterbildung (praktische Zielebene) ausmachen. Fragen des Praxistransfers werden zur Vermeidung einer inhaltlichen Überfrachtung des Tagungsformats allerdings ausgeklammert.

Anhand ausgewählter Vorträge als Kernimpulse mit ergänzenden Diskussionsforen soll der Forschungsstand zu den genannten Schwerpunkten intensiv erörtert werden. Im Sinne einer Bestandsaufnahme ist eine weitere Intention, laufende Projekte und vorliegende Ergebnisse im Kontext der Tagung zu bündeln. Hierzu dient wesentlich auch das Format des Posters, das im Rahmen der Tagung einen substanziellen Beitrag zum wissenschaftlichen Fachdiskurs darstellt.